PlatzDa! als Mitveranstalter des ROADS schließt sich der Stellungnahme der Gruppe "Am Leben vorbei" vollständig an - Auf unseren Veranstaltungen fliegen Sexisten raus und homophoben Acts ziehen wir den Stecker! Kompromisslos!

Auszug aus dem Beitrag der Gruppe "Am Leben vorbei"  zur Veranstaltung: ROADS und KRETA - Grand Closing:

" Besucher*innen der Veranstaltung haben sicherlich bemerkt, dass es im Verlauf des Abends einige Unruhen gab. Wir möchten an dieser Stelle das Wort ergreifen und es uns nicht nehmen lassen, das Geschehene zu kommentieren:

Wir als „Am Leben Vorbei“ haben uns mit einem Act, Кальк, am Booking für das Liveprogramm des Abends beteiligt und waren durch kurzfristigen Ausfall des Bookers auch am Abend in die Veranstaltung involviert. Weitere Auftritte wurden von uns weder gebucht noch weiter diskutiert, da wir darauf vertrauten, dass das Booking auch unserem Geschmack und unseren Prinzipien entsprechen würde. Dieses Vertrauen zu haben stellte sich jedoch als Fehler heraus:
Der Hip-Hop Act des Abends machte uns durch sexistische und menschenverachtende Texte unglaublich wütend. Dass Äußerungen wie „gegen Homo-MCs, die sich das Arschloch bleachen“ im Rahmen dieser Veranstaltung ein Forum geboten wurde, ist uns unbegreiflich. Wir distanzieren uns in jeder Form davon und streben eine Aufarbeitung mit den Verantwortlichen und anderen Beteiligten des Abends an, durch die geklärt werden soll, wie es zu von uns beobachteten Situationen gekommen ist.
Mit großem Bedauern mussten wir feststellen, dass der Safe-Space etlicher Anwesender verletzt wurde. Es entstand, auch angeheizt durch das Konzert des o.g. Hip-Hop Acts, eine sexistische Atmosphäre, die im weiteren Verlauf des Abends noch mehrfach unangenehm viel Raum einnehmen sollte:
Als Кальк, der von uns gebuchte female-fronted Act, endlich auf der Bühne stand und wir mit unseren Freund*innen ein gutes Konzert genießen wollten, wurden wir schnell in die traurige Realität zurückgeholt. Während die Sängerin, bezugnehmend auf zuvor auf der Bühne gefallene Worte, eine feministische Ansage machen wollte, um u.a. auch sich und ihre Band politisch einzuordnen, wurde sie von widerlichen Mackertypen in der ersten Reihe mehrfach harsch unterbrochen. Auch es erneut zu versuchen half nicht, das Szenario wiederholte sich: Einige Arschlöcher konnten, bestärkt durch die zuvor reproduzierten Sexismen, ihre Klappe nicht halten und vergnügten sich in der Unruhe, die sie schufen. Intervention seitens unseres Kollektivs als auch kollektivfremder Personen blieb erfolglos, alles wurde fortan belächelt.
Später fiel mit Fingerzeig auf uns noch der Kommentar: „Ich glaube jetzt sind die Zecken sauer.“.

Gut beobachtet! Und wir sind nicht nur sauer und enttäuscht, wir sind zutiefst erschrocken über den Verlauf des Abends. Wir machen uns für die Betroffenen stark und werden uns dafür einsetzen, dass die Geschehnisse aufgearbeitet werden.
Auf unseren Veranstaltungen fliegen Sexisten raus und homophoben Acts ziehen wir den Stecker! Kompromisslos!

Vielen Dank an alle, die uns an diesem Abend zur Seite standen: die Menschen, die schon während des Auftrittes Paroli boten, die Grrrlgang, die die Hip-Hop Crew nach ihrem Auftritt zur Rede stellte und natürlich Кальк, die unsere Wut wunderbar in ihrem Schreien spiegelten.

Am Leben Vorbei"

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