(K)ein Velodram Europa

Edinburgh hin und zurück - 1 Europa, 1 Fahrrad, 3 Monate Fahrzeit

Von Mittelfranken ausgehend wird eine Fahrrad-Reise gelesen, die durch ein Europa führt: Aufs Rad und los, Edinburgh als vorläufiges Ziel und der Weg fügt sich aneinander. Der Main fließt in den Rhein, dieser führt an die niederländische Nordseeküste, welche sich in England fortsetzt und bis nach Edinburgh führt. Von dort zurück um der Nordsee bis zur Mündung der Elbe zu folgen und sich von dieser nach Hause leiten zu lassen – Dresden.

Dabei sind nicht nur die 4.000 zurückgelegten Kilometer und 1.500 Fotos Thema, sondern vor allem das, was dazwischen bewegt. Die Wege im Kopf. Menschen und Geschichten. Unterwegssein und Ankommen. Individualismus und Gemeinschaft. Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Angst und Wahrheit. Misstrauen und Vertrauen. Einatmen und Ausatmen.

Nachdem der ADFC im November schon seine Pforten für ein Debüt geöffnet hat, freue ich micht jetzt umso mehr, entspannt in netter Runde lesen zu dürfen! Lasst euch überraschen und kommet mit einem Fahrrad ;)

 

Datum: 10.01.2018

Beginn: 19:30 Uhr

Ort: PlatzDa! (Wernerstraße 21, 01159 Dresden-Löbtau)

Url: https://www.facebook.com/events/537515916606598/



STELLUNGNAHME ZUM ROADS & KRETA - GRAND CLOSING


Dieser Text ist ein Statement von uns als Organisator*innen und Beteiligten der Abschlussveranstaltung der Kritischen Einführungstage und des ROADS Festivals. An diesem Abend kam es zu sexistischen und homophoben Äußerungen durch einen Act, die wir als Veranstalter*innen ablehnen. Dass wir nicht schneller mit einer Stellungnahme an die Öffentlichkeit getreten sind, liegt daran, dass es uns als Zusammenschluss einer Vielzahl von Kollektiven/Projekten wichtig war, der Aufarbeitung Zeit und Raum zu geben und mit vielen Betroffenen sowie miteinander zu sprechen. Das Geschehene hat uns alle stark beschäftigt und berührt und wir sehen uns in der Verantwortung, solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.

Nachdem der Abend mit zwei Brassbands superschön losgegangen war, kam es durch den dritten Act zu wiederholten verbalen Übergriffen.Die zwei HipHop-Boygroups fielen schnell durch ihre sexistischen und homophoben Texte auf, ohne jedoch unterbrochen zu werden. Da diejenigen unter uns, die verantwortlich für den Verlauf des Abends waren, das Konzert zu diesem Zeitpunkt nicht verfolgen konnten und auch nicht in der Annahme waren, dass es zu solchen Übergriffen kommen könnte, gab es keinen Abbruch des Konzertes. Erst durch vermehrte Hinweise und Nachfragen von Besucher*innen wurde uns schließlich allen bewusst, was da passierte - leider viel zu spät.

Nach dem Konzert kam es zu einem Gespräch zwischen Gäst*innen und den Rappern, die Stimmung war angespannt, einige völlig überrumpelt. Nach kurzer Umbaupause fing die vierte Band an zu spielen, als sich die Sängerin zu den vorangegangenen Vorfällen äußern wollte, wurde sie durch laute Zwischenrufe einer Gruppe aus dem Publikum unterbrochen und konnte ihre Ansage nicht beenden. Zwar folgte hierauf eine Aussprache mit den Unterbrechern, die zumindest nicht ergebnislos blieb, aber das war eindeutig zu viel für einen Abend.

Doch wie konnte es eigentlich dazu kommen, dass eine HipHop-Crew auf unserer Veranstaltung Inhalte vertritt, die mit unserem Selbstverständnis stark in Widerspruch stehen und denen wir keine Bühne geben wollen?

Zur Beantwortung dieser Frage ist es wichtig, unsere Orgastruktur transparent zu machen: Das ROADS ist ein loser Zusammenschluss, ein Rahmen, der von zahlreichen unterschiedlichen Akteur*innen und Gruppen mit Inhalten gefüllt wird. Diese werden vorab auf gemeinsamen Plena besprochen. Es sind im Rahmen der Auswahlprozesse auch Bands von der Gruppe abgelehnt worden, bei denen es inhaltliche Bedenken gab. In Bezug auf das Booking der HipHop-Crew müssen wir jedoch deutlich sagen, dass hier sowohl das Mehr-Augen-Prinzip versagt als auch sensibilisierende Vorgespräche mit der Crew nicht stattgefunden haben. Bisherige Auftritte von Teilen der Crew sowie die im Internet von uns angehörten Tracks waren inhaltlich tragbar. Trotzdem: wir haben nicht explizit nachgefragt, welche Einstellungen von den uns bislang unbekannten Crew-Mitgliedern vertreten werden. Wir haben im Vorfeld nicht unser Selbstverständnis rückgesprochen und transparent gemacht und wir haben aufgrund unklarer Strukturen und Verantwortlichkeiten an dem Abend selbst nicht reagiert. Für diese Fehler tragen wir als Zusammenschluss gemeinsam die Verantwortung.

In gemeinsamer Diskussion aller beteiligter Gruppen hat eine Auswertung des Geschehenen und v.a. des Nicht-Geschehenen stattgefunden – mit dem klaren Ergebnis: in Zukunft wollen wir es anders machen! Wir haben erkannt, dass es – gerade wenn so viele unterschiedliche Akteur*innen verantwortlich und beteiligt sind – wichtig ist, klare Strukturen zu schaffen, die solche Vorkommnisse in Zukunft verhindern bzw. Handlungsfähigkeit garantieren. Es ist unser Anspruch, bei eventuell entstehenden konflikthaften Situationen schnell und gut zu reagieren und dadurch die Menschen zu schützen, die unsere Veranstaltungen besuchen und dabei einen Raum erwarten, in dem sie sicher vor Anfeindungen, Diskriminierungen und Angriffen sind. Dafür wird in den kommenden Monaten ein Selbstverständnis und Handlungs-/Interventionskonzept erarbeitet, das transparent allen eingeladenen Personen, Gruppen, Bands und Crews im Vorfeld vermittelt wird und aus dem klar hervorgeht, welche Einstellungen und Verhaltensweisen wir als Veranstalter*innen wollen bzw. welche wir explizit nicht akzeptieren und tolerieren. Darüber hinaus schauen wir uns unsere eigenen Strukturen an: fehlende Vorabsprachen, unklare Verantwortlichkeiten und zu geringe Aufmerksamkeit gegenüber dem Bühnengeschehen am Abend selbst haben dazu geführt, dass diese Situation nicht nur entstehen, sondern zudem nicht aufgelöst werden konnte. Daran werden wir arbeiten.

Doch trotzdessen wir als Gruppe Konsequenzen aus dem Abend ziehen werden, sind Menschen unter unserer Verantwortung angegriffen, unterbrochen, diskriminiert und herabgewürdigt worden. Es ist eine aggresive Stimmung entstanden, die viele Besucher*innen und Veranstalter*innen mit einem sehr schlechten Gefühl aus dem Abend gehen ließ. Dafür möchten wir euch an dieser Stelle in aller Form um Entschuldigung bitten. Der ROADS- und KRETA-Zusammenschluss will mit seinen Veranstaltungen Räume eröffnen, in denen jegliches angreifendes, herabwürdigendes, respektloses Verhalten gegenüber Anderen keinen Platz hat, sei es motiviert durch Sexismus, Homophobie, Rassismus oder jede andere Form menschenverachtender Einstellungen. Wir hoffen, euch trotz allem auf unseren zukünftigen Veranstaltungen wieder zu sehen!